Donnerstag, 11. Februar 2016

Say nothing - just smile

Wenn ich einen Satz in den letzten Jahren besonders oft gedacht habe, dann sicher diesen hier:

"Say nothing - just smile"


Ich bin mir durchaus bewußt, dass man oft nicht weiß, wie man mit seinen Mitmenschen umgehen soll, wenn sie ein schlimmes Schicksal erlebt haben. Und damit meine ich nicht nur, wie in unserem Fall, wenn ein Baby stirbt.
Ich werde euch heute mal ein paar der, nennen wir es mal dreistesten Aussagen, die ich oder wir uns nach dem Tod unseres Babys anhören mussten, aufzählen und bei denen ich meist für mich dachte "Sag nichts und lächle einfach nur" und das auch genauso getan habe!
Ich hoffe, dass vielleicht mal jemand der Freunde oder Verwandte in einer ähnlichen Situation hat, vorher googelt, wie man sich in so einer Situation verhalten könnte. (Wie geh ich mit Menschen um die ein Baby verloren haben? Wie gehe ich mit Menschen um, die Krebs haben? Wie gehe ich mit Menschen um deren Mama/ Papa/ Schwester/ Bruder früh gestorben sind?) Und sich dann auf meiner kleinen Seite wiederfindet!
Bitte nicht nachmachen:
  • Verwandter zur Schwangeren mit schwerkrankem Baby im Bauch: Dann ist euer Leben jetzt ja vorbei!
  • Arzt nach dem Tod des Babys: Sie können ja noch viele Babys haben!
  • Verwandter nach dem Tod des Babys: Da hättest du besser gleich abgetrieben!
  • Arbeitskollege nach dem Tod des Babys: Ich weiß genau wie es dir geht, meine Frau hat mich letzte Woche verlassen....
Ich denke, man erkennt, dass es Dinge gibt, die einfach nicht ausgesprochen werden sollten! Nein Liebeskummer, auch wenn er echt scheise ist, ist nicht vergleichbar mit dem Tod eines Kindes/ Opas/ Elternteils usw.! Auch kaputte Autos und verlorene Jobs sind Mist, aber kein Vergleich zur Diagnose Krebs oder einer fast tödlich verlaufenen OP!
Das, was einem selbst passiert, ist immer das schlimmste, was einem passieren kann!
Das ist ein Satz, den ich selbst immer wieder gesagt habe, nachdem Quentin gestorben war! Man ist glücklicherweise nicht in der Lage, sich vorzustellen, wie es einem in einer Situation gehen würde, wenn man nicht genau die Situation erlebt hat!
Nun kommt ja bei uns eine neue Situation dazu, die ich früher auch anders eingeschätzt habe, den unerfüllten Kinderwunsch. Auch hier gibt es jede Menge Sätze, die man einfach nicht sagen sollte!
Nicht jede Frau ohne Kind über 30 ist freiwillig in dieser Situation!
Hier also noch die Sätze, die ein ungewollt kinderloses Paar, auch nicht hören muss:
  • Wann ist es bei euch denn endlich mal soweit?
  • Ihr müsst mal den Kopf ausstellen und an was anderes denken!
  • Vielleicht macht ihr was falsch!
  • Da stimmt wohl etwas nicht bei euch!
  • Der liebe Gott wird sich schon was dabei gedacht haben, vielleicht soll es einfach nicht sein bei euch!
Was ich mit diesem Post eigentlich zum Ausdruck bringen will, oft sollte man eher mal den Mund halten und sein Gegenüber einfach nur anlächeln!
Denn wenn man nicht weiß, was man sagen soll, dann darf man genau das sagen!
Eines meiner schönsten Erlebnisse, war eine Freundin, die mich ein paar Tage oder Wochen, ich hab da irgendwie das Zeitgefühl dafür ein wenig verloren, nach dem Tod von Quentin angerufen hat und sagte: "Ich wollte mich einfach mal melden, wenn du nichts sagen willst, leg einfach wieder auf." Und damit hatte sie das Eis gebrochen und eben genau das richtige gesagt<3
Ergreift gerne die Initiative, aber lasst eurem Gegenüber die Wahl, ob sie reden möchten oder nicht! Nichts ist für Betroffene schlimmer, als das Gefühl von völligem Desinteresse bzw. so zu tun, als wäre gar nichts geschehen. Mitleid ist auch immer so eine Sache, bitte nicht zu mitleidig anschauen, es wird uns auch irgendwie irgendwann wieder besser gehen, sonst würden wir schon längst nicht mehr vor euch stehen! Hört zu und wenn ihr nicht´s dazu sagen könnt, dann nimmt uns in den Arm, haltet unsere Hand oder lächelt und sagt einfach nichts!

Kennt ihr auch Situationen, in denen ihr genau diesen Satz eurem gegenüber sagen wollt oder für euch selbst denkt? Ich interessiere mich da sehr für Eure Erfahrungen!!!


Liebste Grüße Eure Karina

Shirt Just another Tee Schneidernmeistern
Plott Shhhout 
Verlinkt RUMS




Mittwoch, 3. Februar 2016

Carl Hope

Neugierig und voller Vorfreude schaute Carl sich in seinem neuen Zuhause um.
Zuerst hüpfte er auf dem Bett auf und ab, er hatte bei seiner Fertigstellung lange genug stillgehalten, jetzt wollte er sich einfach mal austoben. Er hüpfte und lachte und schrie vor Freude.
Dann entdeckte er hinter sich eine Tafel an der Wand. Wie gerne würde er jetzt ein bißchen malen, da musste doch auch irgendwo Kreide sein. Carl machte sich auf die Suche nach der Kreide. Zuerst schaute er in dem großen Regal in der Ecke nach.
Ganz oben fand er mehrere Bücher und während er sich eines raus zog, laß er einen Namen, der mit den Blauklötzen aufgebaut, im Regal stand: "Quentin"! Ob das wohl der Name seines Kindes war? Ach er war so aufgeregt, dass er nun bald sein Kind treffen würde!!!
Auf dem Boden, blätterte er das Buch durch "Grünes Ei mit Speck" ? Carl lachte sich schlapp, was für ein lustiges Buch!
Da fiel ihm wieder ein, dass er ja eigentlich auf der Suche nach Kreide war. Er schaute weiter im Regal und blieb an dem Kinderglobus hängen und an den Tierbildern an der Wand. Oh das gefiel ihm, er träumte davon, wie er mit seinem Kind die Welt bereisen würde. Nach Island Wale beobachten, Kängurus in Australien entdecken oder nach Kanada zu den Braunbären, Elefantenreiten in Thailand.... Oh das würde ein tolles Leben hier werden, so viele Abenteuer warteten auf ihn!
Er sah auch schon den ein oder anderen Kuschelkonkurrenten, aber er wußte, dass hier ganz sicher Alle seine Freunde werden würden. Außerdem rechnete er sich gute Chancen aus, das Lieblingsstofftier seines Kindes zu werden, schließlich wurde er mit besonders viel Liebe gemacht, das hatte er ganz genau gespürt!
Während er Ausschau nach weiteren zukünftigen Freunden hielt, die Kreide hatte er schon völlig vergessen, fiel ihm plötzlich was auf, was er vor lauter Aufregung gar nicht gemerkt hatte "Warum war es nur so still hier?"
Auf der Wickelkommode entdeckte er dann ein paar Kuscheltiere. "Hey da seid ihr ja alle, ach ich freu mich ja so hier zu sein" sagte Carl zu der kleinen Truppe, die sich auf der Kommode versammelt hatte!
 "Schön, dass du da bist, du musst Carl Hope sein, wir haben schon auf dich gewartet. Ich bin Kalle, Kalle Bettschlange!" begrüßte ihn die lange kuschelige Schlange! Kalle erzählte ihm, dass er das Erste war, was die Mama für das Kind genäht hatte! Wow dachte Carl, da musste er ja etwas ganz besonderes sein, wenn er der Erste war, der für das Kind gemacht wurde!!!
Er war neugierig, wer sich noch so auf der Kommode rumtrieb. Giovanni Angelo aus Sizilien hatte schon auf das Kind aufgepasst, als es noch im Bauch der Mama war, er war das erste Geschenk der Patentante des Kindes.

Jack the Bear kam aus Amerika, der Papa des Kindes hatte ihn von einer seiner Geschäftsreisen mitgebracht. Herr Esel erzählte ihm, dass er von der Mama gekauft wurde, als sie noch einen Kugelbauch hatte und er konnte die Melodie "Somewhere over the rainbow" spielen, wenn man an seiner Schnur zog. Das hatte die Mama dem Kind schon im Bauch jeden Abend vorgespielt!
Da fiel Carl das schöne Herz auf, das vor ihm lag, es sah aus als hätte es mal jemand reparieren müssen. Herr Esel erzählte ihm, dass das Herz ein Mutmacher für die Mama war, als sie trotz dem Kind in ihrem Bauch sehr traurig war.
Warum sollte eine Mama mit Kind im Bauch denn traurig sein? Das verstand Carl nicht.....
"Aber wo ist denn unser Kind nun, ich freu mich so sehr es kennenzulernen!!!"
"Obwohl unser Kind ein Kämpfer war", erzählte Icke der Tiger "konnte es leider nie zu uns nach Hause kommen. Herr Esel hat auf das Kind aufgepasst bis es seine große Reise zu den Sternen angetreten hat!"
Carl hatte es die Sprache verschlagen, er konnte nicht glauben, was er da hörte!
Herr Esel ergriff als Erster das Wort "Ich schlafe seit der großen Reise unseres Kindes bei der Mama, ich lasse sie nie alleine, wo sie auch hinreist, ich bin bei ihr, ich spende ihr Trost!"
"Wir waren ein paar mehr, aber einige wenige von uns sind gegangen! Zu anderen Kindern, die ganz dringend ein Kuscheltier brauchten" erzählte Giovanni.
"Aber warum seid ihr anderen noch hier geblieben?" wollte Carl wissen! Kalle die Bettschlange erklärte ihm, dass nicht nur Herr Esel eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatte "wir erinnern die Eltern an die Vorfreude und das Glück, das sie empfunden haben!"
"Oh, ja das ist wichtig" sagte Carl "aber warum bin ich denn nun da? Was ist meine Aufgabe?"
"Die Wichtigste" sagte Jack "du bist ihre Hoffnung!" <3


Schnitt: Eisbär Ede von Revoluzza